Wann du ein Model Release oder Property Release zum Verkauf deiner Handyfotos brauchst

von | Mai 23, 2016 | Stockfotografie | 0 Kommentare

Für bestimmte Fotos wird eine Genehmigung benötigt, damit du sie bei einer Agenturseite zum Verkauf anbieten kannst. In diesem Beitrag erklären wir dir, wann du diese Genehmigungen wie ein Model Release oder Property Release brauchst und welche Vorlagen du nutzen kannst.

Was ist ein Model Release?

Ein Model Release ist ein Vertrag zwischen dem Urheber des Fotos und der auf dem Foto abgebildeten Person bzw. der abgebildeten Personen.

In diesem Model-Vertrag wird u.a. geregelt, um welche Art von Aufnahmen es sich handelt und für welchen Zweck diese genutzt werden dürfen. Neben den Nutzungsrechten am Bildmaterial für den Fotografen wird darin auch geregelt, wie das Model die Fotos nutzen darf und wie das Shooting vergütet wird.

Stockfotografen lassen sich in einem Model Release die Genehmigung vom Model geben, dass die Bilder bei Agenturen veröffentlicht und verkauft werden dürfen.

Das ist notwendig, da es in Deutschland das Recht am eigenen Bild gibt, welches zum Persönlichkeitsrecht zählt. Es gibt jedem Mensch das Recht darüber zu entscheiden, ob eine Abbildung der eigenen Person veröffentlicht werden darf und in welchem Kontext das erlaubt ist.

Wann wird ein Model Release benötigt?

Praktisch immer dann, wenn sich Personen auf einem Foto eindeutig wiedererkennen können. Das trifft insbesondere dann zu, wenn Gesichter auf dem Foto zu sehen sind. Aber auch andere individuelle Personenmerkmale können für eine Wiedererkennung ausreichend sein (z.B. Tattoos).

Bei der App Stockimo wird daher bereits ein Model Release verlangt, wenn Körperteile und Schatten von Personen auf dem Foto zu sehen sind – zumindest wenn das Bild für eine kommerzielle Nutzung verfügbar sein soll. Hat der Fotograf kein Model Release, können die Bilder bei Stockimo für die redaktionelle Nutzung zum Verkauf angeboten werden. Prinzipiell gilt aber in Deutschland weiter das Recht am eigenen Bild – auch für redaktionelle Bilder – und es ist eine Erlaubnis notwendig.

Es gibt auch Ausnahmen für das Recht am eigenen Bild. Dazu zählen:

  • Bildnisse aus den Bereichen der Zeitgeschichte
  • Bei Personen als Beiwerk eines Orts oder eine Landschaft
  • Bilder von Versammlungen
  • Bilder aus einem höheren Interesse der Kunst

Was ist ein Property Release?

Bei einem Property Release handelt es sich um die schriftliche Genehmigung zwischen dem Fotografen und dem Rechteinhaber oder Eigentümer, damit auf dem Privatgrundstück im Außen- und Innenbereich Fotos produziert und verwertet werden dürfen.

Wann wird ein Property Release notwendig?

Immer dann, wenn auf einem Privatgrundstück fotografiert werden soll, wird eine Genehmigung benötigt. Leider ist es nicht immer eindeutig erkennbar, ob ein Grundstück privat ist oder nicht, da diese wie z.B. bei einigen Burgen, Schlössern sowie anderen Sehenswürdigkeiten frei zugänglich sein können aber dennoch zu einem Privatgrundstück gehören. Werden ohne Erlaubnis dennoch Fotos auf privatem Gelände produziert, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Hausrecht.

In Deutschland sowie vielen anderen Ländern gibt es die sog. Panoramafreiheit. Diese ermöglicht dir urheberrechtlich geschützte Werke zu fotografieren und ohne Einschränkung auch für kommerzielle Zwecke zu veröffentlichen, solange die Fotos von einem öffentlichen Standpunkt ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter) entstanden sind und solange sich die Werke bleibend an diesem Ort befinden.

Ausnahmen bilden markenrechtlich sowie geschmacksmuster-/designrechtlich geschützte Objekte. So erlaubt das Markenrecht dem Inhaber die vollständige Kontrolle über Abbildungen der Marke. Daher ist es ratsam, erkennbare Markennamen und Logos möglichst zu vermeiden bzw. diese aus dem Bild zu retuschieren.

Eine umfangreiche Liste geschützter Inhalte, die bei der Bilderstellung beachtet werden soll, findet sich z.B. bei Shutterstock unter diesem Link.

Gerade in diesem Bereich gibt es viele Punkte, die beachtet werden müssen, um auf der rechtssicheren Seite zu bleiben. Daher bietet es sich an, vor der Veröffentlichung bzw. dem Upload eines Bildes zu überprüfen, ob es rechtliche Einschränkungen geben könnte. Als Startpunkt für eine Recherche eignet sich das Deutsche Patent- und Markenamt. Im Zweifelsfall sollten riskante Bilder lieber nicht hochgeladen werden.

Apps für Model Release und Property Release

Um das Abschließen eines Model oder Property Releases etwas zu erleichtern, gibt es mittlerweile einige nützliche Apps, mit denen diese einfach auf dem Smartphone ausgefüllt werden können. Dafür gebt ihr am Anfang einmal eure Daten mit Unterschrift als Fotograf an, die dann in einer Vorlage gespeichert werden.

Alle weiteren Angaben zum Model für das jeweilige Shooting können direkt in den Apps auf dem Smartphone vorgenommen und vom Model sowie ggf. einem Zeugen unterschrieben werden. Das fertige Model Release könnt ihr als PDF abspeichern und auch per Email an euch sowie das Model schicken.

Die Apps unterscheiden sich natürlich in ihrem jeweiligen Funktionsumfang. Empfehlen können wir euch folgende Apps:

Model Release erstellen mit Easy ReleaseModel Release erstellen mit Easy Release

 

 

    • Releases - Model and Property Release App by Snapwire

      Releases – Model and Property Release App by Snapwire

      Releases – Model and Property Release App by Snapwire (App Store)

Model Releases und Property Releases mit Releases von Snapwire

 

Hinweis: Die juristischen Hinweise sind allgemeiner Art und stellen keine Rechtsberatung dar. Alle Auskünfte sind unverbindlich. Individuelle rechtliche Fragen können nicht beantwortet werden, da dies einen Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz bedeuten würde.

Wie sieht es bei dir aus? Hattest du schon mal Ärger wegen einem Property Release oder bist du bis jetzt immer auf Nummer sicher gegangen? Erzähl uns doch in den Kommentaren davon.

Sei ein Snapper und teile diesen Beitrag

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.