Fotos verkaufen mit dem Handy: Wie du mit deinem Smartphone Geld verdienen kannst

von | Apr 12, 2016 | Stockfotografie | 0 Kommentare

Fotos verkaufen mit dem Smartphone? Ja, das ist tatsächlich möglich. Mittlerweile sind viele Handykameras so gut, dass sich mit ihnen Bilder produzieren lassen, die ohne Weiteres den qualitativen Ansprüchen vieler Zeitungen, Magazine und Blogs genügen. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie auch ihr eure Handyfotos verkaufen könnt.

Die Zeiten, in denen ausschließlich mit den Fotos teurer DSLR Fotoapparate Geld über Fotoagenturen dazu verdient werden konnte, sind vorbei. Die Stockfotografie öffnet sich auch den mobileren Endgeräten, was sich u.a. in der Vielzahl neuer Apps widerspiegelt, mit denen Handyfotos verkauft werden können.

Aber Moment, Stockfotografie? Was ist das eigentlich? Es geht dabei definitiv nicht um das Fotografieren von Stöcken. Der Begriff entstammt dem englischen „stock“ was mit „Vorratslager“ oder „Bestand“ übersetzt werden kann.

Fotos verkaufen mit dem Smartphone: authentische Bilder

Fotos verkaufen mit dem Smartphone: Erfolg durch authentische Bilder?

Die Idee hinter den Stockfotografie Agenturen ist einfach: Für viele Interessenten an Fotos ist es schlicht zu teuer, jedes Mal für ein bestimmtes Motiv einen Fotografen anzuheuern, der dann versucht, die Motivwünsche des Kunden so gut es geht umzusetzen.

Aus diesem Grund sind nach und nach die Stockagenturen entstanden, auf denen Fotografen ihre Fotos dem „Bestand“ oder  „Vorratslager“ der Agentur hinzufügen und zum Verkauf anbieten konnten. Der Preis für diese Fotos ist deutlich geringer als bei der Auftragsfotografie. Dafür können aber mehrere Kunden auf die gleichen Fotos einer Agentur zurückgreifen und diese für ihre Projekte verwenden.

Mit der Smartphonefotografie öffnen sich die Agenturen einen noch größeren Fotomarkt. Heutzutage trägt fast jeder ständig ein fotofähiges Handy mit sich herum und es können damit spontane Momente eingefangen werden, in denen man normalerweise keine Spiegelreflexkamera mit sich herumtragen würde.

Auf diese Weise entstehen auch wieder vermehrt authentische Bilder, die nicht in künstlichen Fotostudio-Settings produziert worden sind. Der Fotodienst EyeEm greift dieses Theme auf und wirbt mit folgendem Slogan auf der eigenen Website:

„Un-stock Photography – Bring your vision to life with authentic images.“

Also weg von den klassischen Stockfotos zurück zu authentischen Bildern, die zu deinem eigenen Style passen. Schön und gut, wie lassen sich aber nun genau mit dem Handy Fotos verkaufen?

1. Schritt Fotos verkaufen: Bilder schießen

Dieser Schritt ist natürlich selbstverständlich, hat aber entscheidenden Einfluss darauf, ob und wie oft eure Bilder letztendlich verkauft werden. So ist vor dem Upload bei einigen Apps zu lesen, dass sie kaum Interesse an Fotos von Essen, Haustieren und Blumen haben, da diese Motive bereits in großen Mengen und ausgezeichneter Qualität vorhanden sind.

Zu den beliebten Motiven zählen definitiv Bilder mit Menschen, Bilder die Raum für Schrift lassen (Copy Space), Bilder in Zusammenhang mit Sport, Reisen, Business oder anderen Lebensbereichen von Menschen stehen. Auch gut sind Fotos, die etwas Abstraktes wie z.B. Stress, eine Idee haben oder Lebensfreude symbolisieren.

Um Ideen darüber zu sammeln, welche Bilder sich gut verkaufen, könnt ihr auch bei den Fotoagenturen vorbeischauen und nach den am häufigsten verkauften Bildern suchen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin zu schauen, was für Bilder in Zeitungen, Zeitschriften, Blogs usw. verwendet werden. Häufig handelt es sich dabei um Bilder aus einer Stockfotoagentur.

Wichtig! Wenn ihr erkennbare Menschen oder fremdes Eigentum auf euren Fotos abbildet bzw. auf fremden Eigentum fotografieren wollt, braucht ihr eine schriftliche Genehmigung, dass ihr diese Fotos für eine kommerzielle Nutzung verkaufen dürft:

  • Model Release für Menschen
  • Property Release für Eigentum

Habt ihr diese Genehmigung nicht, dann könnt ihr bei einigen Agenturen die Bilder gar nicht erst hochladen. Andere Stockagenturen ermöglichen in diesem Fall den Verkauf für eine redaktionelle Nutzung.

Die App Fotolia Instant hat direkt eine Model Release Funktion integriert. Wenn ihr also jemanden fotografiert habt, kann diese Person direkt auf eurem Handy in wenigen Schritten die notwendigen Felder ausfüllen, damit das Foto für eine kommerzielle Nutzung verkauft werden darf.

Alternativ gibt es spezielle Apps zum Erstellen von Model Release und Property Release auf dem Handy:

Außerdem ist es sinnvoll und notwendig, wenn ihr markenrechtlich geschützte Marken, Logos, Muster oder Schriftzüge aus den Fotos entfernt oder gar nicht erst fotografiert. Zumindest wenn ihr das Foto für eine kommerzielle Nutzung freigeben wollt.

2. Schritt Fotos verkaufen: Bilder bearbeiten

Bildbearbeitung mit Enlight

Bildbearbeitung mit Enlight

Es ist mit den modernen Smartphones sehr leicht möglich, Bilder direkt auf dem Gerät mit einer App zu bearbeiten. Dabei solltet ihr aber nicht übertreiben. Die meisten Agenturen bevorzugen natürliche Bilder, damit die Käufer selbst gewünschte Filter etc. darüber legen können.

Mit Effekten beladene Bilder à la Instagram haben bei den wenigsten klassischen Fotoagenturen eine Chance. Allerdings gerade bei den Online Diensten bzw. Apps, die sich hauptsächlich auf die Handyfotografie fokussieren, kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Auch hier gilt der Tipp, am besten nachschauen, was sich auf dem jeweiligen Portal in der vergangenen Zeit am besten verkauft hat. Diese Bilder könnt ihr dann analysieren und euren Bildbearbeitungsstyle entsprechend anpassen, wenn ihr das wollt.

Mein Favorit unter den Bildbearbeitungsapps ist aktuell Enlight für iOS. Diese kostet zwar etwas Geld, aber dafür ist sie frei von Werbung und man kann im Anschluss so ziemlich alles damit machen. Auch das Retuschieren von Logos ist möglich. Leider gibt es aktuell noch keine Android Version.

3. Schritt Fotos verkaufen: Bilder bei den Apps der Fotoagenturen hochladen

Fotos verkaufen mit dem Smartphone_AppsNachdem ihr euer Foto bearbeitet habt, ist es bereit für den nächsten Schritt: dem Upload auf eine Fotoagentur. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Apps, die ihr nutzen könnt, um eure Handybilder zu verkaufen.

Für den Anfang könnt ihr folgende Marketplace Foto Apps ausprobieren und eure Bilder hochladen:

Die Liste kann noch weiter fortgeführt werden. Wir werden euch in einem späteren Beitrag einige dieser Apps etwas ausführlicher vorstellen.

4. Schritt Fotos verkaufen: Bilder verschlagworten

Dieser Schritt ist einer der entscheidendsten. Je nachdem wie gut und treffend ihr eure Bilder verschlagwortet, steigt oder sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand der genau ein Motiv wie eures suchen könnte, dieses auch findet und ggf. kauft.

Daher solltet ihr diesen Schritt sehr ernst nehmen und treffende Keywords für euer Foto auswählen. Auch hier bietet es sich am Anfang an, bei gut verkauften Bildern nachzuschauen, welche Keywords vergeben worden sind.

Insgesamt solltet ihr auf jeden Fall 10-20 Keywords vergeben. Einige Apps sind bereits in der Lage den gewählten Titel und euer Foto auf passende Schlagworte zu analysieren und bereiten euch Vorschläge, die ihr dann mit einem einfachen Klick auswählen könnt.

Fotowettbewerb Smartphone Snapwire_Fotos verkaufen

Beispiel Beschreibung für einen Fotowettbewerb auf Snapwire

5. Schritt Fotos verkaufen: An Fotowettbewerben teilnehmen

Neben den klassischen Upload Möglichkeiten einiger Stockfotografie Apps ist es bei Twenty 20, Foap und Snapwire möglich, an bestimmten Foto Challenges teilzunehmen. Dabei suchen u.a. größere Firmen nach bestimmten Fotomotiven, die zu ihrem Unternehmen passen und die sie für ihre Vermarktung verwenden können.

Neben einem Preisgeld für den oder die Gewinner, die die Anforderungen am besten erfüllt haben, stehen die Bilder auch allgemein zum Verkauf auf dem jeweiligen Marketplace. Typische Preisgeldbeträge liegen zwischen 25$ und 300$. Die Teilnahme an diesen Wettbewerben eignet sich auch, um Motivideen zu sammeln und die eigenen Handyfotografie Skills zu verbessern.

Auf der rechten Seite seht ihr eine Beispielbeschreibung für die Teilnahme an einem Fotowettbewerb auf Snapwire, welcher mit 75$ dotiert ist. Wichtig ist vor allem auch der untere Bereich. Dort könnt ihr erkennen, dass das Foto in diesem Fall keinen Platz für Text (Space for Copy) oder ein Model Release benötigt. Letzteres spricht dafür, dass das Foto wohl für einen redaktionellen Kontext benutzt werden soll. Dennoch ist es sinnvoll die Menschen, die auf euren Fotos abgebildet sind, um ihre Erlaubnis zu bitten (auf das Bild klicken für eine größere Ansicht).

6. Schritt Fotos verkaufen: Bildannahmequote und Verkaufsstatistiken

Nachdem ihr eure Handyfotos hochgeladen und verschlagwortet habt, bietet es sich an, in regelmäßigen Abständen neue Bilder hochzuladen und die Statistiken über eure Annahmequote und Verkäufe zu verfolgen. Wenn ihr bestimmte Verkaufsbeträge erzielt habt, könnt ihr euch eure Einnahmen auszahlen lassen.

Einige Fotoagenturen prüfen eure hochgeladenen Fotos nach bestimmten Kriterien (Qualität, Motivwahl, notwendige Releases) und nehmen euer Foto an oder lehnen dieses ab. Andere verzichten auf diesen Schritt und es werden prinzipiell alle Bilder akzeptiert.

7. Schritt Fotos verkaufen: Kreativität, Quantität und Durchhaltevermögen

Aller Anfang ist schwer. Neben einigen rechtlichen Aspekten, die ihr für den Fotoverkauf beachten solltet, ist vor allem eins entscheidend, wenn ihr euch langfristig durch das Fotos Verkaufen mit dem Handy einen Nebenverdienst aufbauen wollt: Durchhaltevermögen.

Wenn ihr dabei bleibt und kreative Ideen einfließen lasst, dann bekommt ihr mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Motive sich gut für einen Verkauf eignen. Außerdem wird eurer Portfolio mit jedem hochgeladenen Bild größer und die Wahrscheinlichkeit eurer Bildverkäufe steigt.

Wenn ihr auch hin und wieder mit einer Spiegelreflexkamera unterwegs seid, könnt ihr auch darüber nachdenken, ob ihr auch diese Fotos verkaufen wollt. Häufig könnt ihr das mit einem Account sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Computer durchführen.

Wenn ihr weitere Tipps und Infos zu diesem Thema habt, oder Apps kennt, mit denen ihr besonders gute Erfahrungen beim Verkaufen von Handybildern gemacht habt, dann freuen wir uns über euren Kommentar 🙂

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